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Stoff bedrucken mit Stempeln

Stempeldruck Granatapfel

Weil es so viel Spaß macht und ich es einfach nicht lassen kann, gibt es heute einen Beitrag von mir für Euch zum Thema “Stoff bedrucken mit Stempeln”.

Zuerst die Frage: Warum ist das überhaupt interessant?
Mit dem wiederholten Verwenden des selben Stempels kreierst Du auf einfachste Art ein tolles Muster. Das sieht dann gleich auch professioneller und gleichmäßiger als handbemalter Stoff aus, da die Motive kaum variieren. (Im besten Fall natürlich).
Fürs Stoff bedrucken mit Stempeln in der Basis-Version brauchst Du daher auch nur einen einzigen Stempel, und kannst damit eine beliebig große Fläche an Stoff füllen.

Zuerst die Frage: Warum ist das überhaupt interessant?
Mit dem wiederholten Verwenden des selben Stempels kreierst Du auf einfachste Art ein tolles Muster. Das sieht dann gleich auch professioneller und gleichmäßiger als handbemalter Stoff aus, da die Motive kaum variieren. (Im besten Fall natürlich).

Fürs Stoff bedrucken mit Stempeln in der Basis-Version brauchst Du daher auch nur einen einzigen Stempel, und kannst damit eine beliebig große Fläche an Stoff füllen.

Wer keine Lust auf Meterware hat, da man dafür dann auch noch irgendetwas nähen müsste, kann natürlich auch super auf fertige Kleidungsstücke oder Tischdecken, Servietten oder Geschirrtücher drucken.

In meinem Fall habe ich ein altes Oversize-Hemdkleid genommen. Mit dem Stempel lassen sich auch exzellent Flecken überdrucken, und so landet das gute Stück dann nicht im Container oder wird nur noch als Nachthemd angezogen.

Material-Liste
Textilfarben:

  • Marabu Textil Textilfarbe” (hier im Beispiel N 079 in Schwarz)
    Die Farbe ist für helle Textilien geeignet, im Backofen fixierbar und danach bis 60C waschbar.
  • Speedball Fabric Block Printing Ink” (hier im Beispiel opaque white)
    Die Farbe ist für dunkle Materialien geeignet. Sie trocknet eine Woche an der Luft, danach ist sie mit milder Seife bei 40C waschbar.
  • Rayherr Textil DecoArt Stoff-Malfarbe” (hier im Beispiel in türkis)
    Die Farbe ist für dunkle Materialien geeignet und muss 48 Stunden trocknen. Danach ist sie auf links bei max 40C waschbar.

Wichtig: Alle Textilien müssen vor dem Bedrucken ohne Weichspüler oder ähnliches vorgewaschen werden, damit die Fasern appretur-frei sind. Kurz: Die Farben halten sonst einfach nicht gut auf chemisch vorbehandelten Klamotten.

Weitere Materialien:

  • Glasplatte oder Plastikdeckel (darauf wird die Farbe verteilt)
    Wenn es für Dich nur ein Stempel in einer Farbe sein soll, dann reicht eine kleine Platte, die ca. A4 groß ist.
    Möchtest Du mehrfarbig arbeiten, dann sind mehrere Platten oder eine große sehr hilfreich.
  • eine Schaumstoffrolle (Lackrolle) oder einen Schwamm (zum Aufbringen der Farbe)
    für jede Farbe, die Du verwendest brauchst Du jeweils eine!
  • Baby-Feuchttücher (damit lässt sich gut überschüssige Farbe vom Stempel abnehmen)
  • Küchenreiniger (um größere Malheure schnell wegwischen zu können)
  • Küchenrolle oder alte Zeitungen (zum Unterlegen)
  • Handreibe (um die Stempel auf die Textilien zu drücken)
  • Stempel
    Im Gegensatz zu normalen “Büro-Stempeln” müssen für den Textildruck die Stempel besonders erhaben sein, das heißt: die ausgeschnitzten Teile müssen sehr tief sein.
    Wenn die Furchen nicht tief genug sind, oder das Motiv zu detailreich, bleibt die Farbe in den Zwischenräumen stehen und das Motiv ist dann nicht mehr druckbar.
  • Stoff/Textil: Aufgrund meiner Aversion gegen Synthetik-Stoffe habe ich bis jetzt nur Leinen und Baumwolle bedruckt. Der Stoff sollte im besten Fall nicht dehnbar sein, da die Farbe sich nicht mit dehnt und dann aufreißen würde. In meinem Beispiel siehst Du blau gewebtes Leinen, rosa Baumwoll-Musselin und blauen Baumwollstoff. Die Tunika, die zuvor ein Nachthemd war, ist aus 100% Baumwolle.

Ganz wichtig bevor Du anfängst: Platz schaffen. Egal welche Farbe Du verwendest, die Farben müssen gut durchtrocknen, und dabei solltest Du jedes unnötige Bewegen der Stoffe vermeiden. Ich habe dazu einen mehrstöckigen Wäscheständer, der nicht ganz so viel Platz wegnimmt. Ein größeres Stück Meterware muss aber zunächst einige Zeit flach auf dem Tisch liegen bleiben.

Arbeitsablauf

Jetzt geht es auch schon los. Der Stoff liegt flach auf dem Tisch, je nach Dicke mit Küchenrolle oder Papier unterlegt, damit man nichts durchdruckt. Um eine Idee davon zu kriegen, wie das Muster später aussehen wird, hast Du am besten vorher schon mal einen Test auf einem mindestens A3 großen Blatt Papier gemacht.

  • Farbe auf die Glasplatte geben
  • Farbe mit dem Schwamm oder der Lackrolle gleichmäßig verteilen
  • Mit der Lackrolle die Farbe auf den Stempel geben
  • Stempel mit spitzen Fingern auf den Stoff legen (Achtung, jetzt nicht mehr bewegen! Wenn die Farbe schon Kontakt mit dem Stoff hatte, dann heißt es durchziehen, sonst matscht es zu!)
  • Stempel mit der Handreibe festdrücken (wer keine hat, kann sie auch mit der Hand andrücken. Dabei musst Du aber darauf achten, dass Du Dir nicht unnötig die Hände mit der Farbe beschmutzt, sonst landet die auch schnell wieder auf dem Stoff)
  • Stempel abziehen

Das ganze wiederholst Du dann so oft, bis Dir das Muster gut gefällt. Und dann lässt Du die Farbe (je nach Produkt-Eigenschaften) trocknen. Dabei nicht falten oder knautschen und Geduld haben: mindestens eine Stunde flach liegen lassen!

Wichtig: Wenn Du mit dem Drucken fertig ist, ist Eile geboten! Die Textilfarben lassen sich weniger gut vom Stempel ablösen als zum Beispiel die wasserlösliche Linolfarbe. Ich reinige meine Stempel und Werkzeuge immer mit lauwarmem Wasser und etwas Spüli.

Zu den Stempeln:
Meine Stempel sind aus Stempelgummi, und werden ähnlich wie Linolplatten von Hand geschnitzt.
Das Material ist ähnlich wie Radiergummi, und von der Firma Factis bzw. Speedball.
Andere Stempel habe ich bis jetzt noch nicht verwendet, also wenn Du selbst mit gekauften Stempeln arbeiten willst, musst Du experimentieren, welche Materialien für Dich am besten geeignet sind.

Falls Du selbst Stempel schnitzen möchtest, gibt es zum Beispiel HIER einen kleinen Beitrag von mir.

Auf Wunsch kannst Du Dir auch von mir Stempel schnitzen lassen, die sehen dann zum Beispiel so aus:

Die im Beitrag gezeigten Stempel “Löwe” und “Granatapfel” gibt es ebenfalls im Shop.

Ich freue mich, wenn Du beim Stoff bedrucken mit Stempeln Lust gekriegt hast, selbst Muster zu entwerfen und deine Werke zeigen möchtest. Dann verlinke gerne den @halberhahnshop auf Instagram oder verwende den Hashtag #halberhahnshop.