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Frag Oma mal nach ihrer Mutter…

Zurzeit ist alles irgendwie anders. Nein, nicht irgendwie. Anders. Man muss es ja nicht mehr erklären. Covid-19 stellt die Welt auf den Kopf. Kitas und Schulen sind zu, Eltern sind im Home Office (wenn möglich) und Oma und Opa sind isoliert. Familienfeste wie Ostern oder Weißer Sonntag fallen aus und das ist erst der Anfang. Der Sommerurlaub ist gestrichen. Corona stellt Familien auf eine harte Probe nach der anderen. Nicht nur wegen Lagerkoller zuhause, sondern auch wegen des Verbots, Großeltern oder Onkels und Tanten zu besuchen. Es schmerzt.

Ich selbst weiß dabei noch nicht mal, ob ich mich als Familienmensch bezeichnen würde. Wahrscheinlich eher nicht, zumindest war ich früher sicher kein bewusster. Als Kind und auch als Jugendlicher oder junger Erwachsener legt man keinen allzugroßen Wert auf Familienfeiern. Da sind Leute, die kennt man mehr oder weniger seit seiner Geburt, die einen mag man lieber als die anderen. Wie das zustande kommt, wer wer ist, wieviel Arbeit es für die eigenen Eltern oder Großeltern mitunter ist, den Laden zusammenzuhalten interessiert einen aber nicht. Erstmal. Und manchmal findet man Omas Geburtstag einfach nur langweilig.

Stammbaum im Kinderzimmer hilft gegen Corona-Langeweile

Aber: Ich bin jetzt 43, meine Kinder sind sechs und drei. Und wenn man dann quasi die eigene Kindheit wiederholt sieht, wenn man mitbekommt, wie aus dem eigenen Elternhaus ein Großelternhaus wird, mit all den Geheimnissen und Eigenheiten, die dann zu lebenslangen Erinnerungen werden, dann ist das schon eine schöne Sache. Und rückblickend fällt mir dabei auf: Ich war früher doch schon eine bestimmte Sorte Familienmensch. Ich habe mich nämlich ab einem bestimmten Alter sehr für meine Vorfahren interessiert. Und übrigens auch für die anderer Leute: Ich wollte ziemlich lange Archäologe werden, die Geschichte der Dorfkirche und der Burgruine in meinem saarländischen Kaff habe ich quasi inhaliert und Namen auf Grabsteinen und Kriegerdenkmälern faszinieren mich heute noch. Ich finde es spannend, welche Spuren Menschen hinterlassen, und damit meine ich nicht nur die berühmten.

  • Stammbaum, Ahnentafel, Handschrift
  • Stammbaum, Ahnentafel, Handschrift
  • Stammbaum, Ahnentafel, Handschrift

So mit zehn oder elf habe ich angefangen, meinen Stammbaum aufzuschreiben. Ich musste nie selbst in Archiven recherchieren oder alte Kirchenbücher wälzen, weil es auf jeder Seite meiner Familie jeweils einen Onkel gab, der das Thema für seine Seite schon sehr erfolgreich beackert hatte. Ein Zweig reicht unglaubliche 800 Jahre zurück – bis ins Jahr 1215 (wenns stimmt). Sowas fasziniert mich. Und man lernt dabei viel über sich selbst und die Gegend, aus der man kommt.

Mein wildes Rudel Familienalbum Buch Doppelseite Kinder
Ideal für die Datenerhebung an der Kaffeetafel: Das Familienalbum “Mein wildes Rudel”.

Mein erstes Blatt hat meine Mutter mit mir ausgefüllt. Ich habe gefragt, wie die Eltern von Oma und Opa hießen und wieviele Geschwister die hatten. Das hat noch alles irgendwie auf ein A4-Blatt gepasst und war das Ergebnis eines schönen Nachmittags am Esstisch. Danach haben mich die beiden Onkels mit ihrem Material zugeschmissen, weil sie offensichtlich froh waren, dass die Tradition weiterlebt – oder einfach das ganze Papier los sein wollten. Handbeschriebenes Karopapier, mit Schreibmaschine ausgefüllte Vordrucke in Baumoptik, Familienbücher, seitenweise Kopien eines sehr hässlichen und ziemlich deutschen Formulars namens “Ariernachweis” – alle Formen, Farben, Größen. Ich habe sogar ein sehr rudimentäres Computerprogramm besorgt, alles in mühevoller Kleinarbeit abgetippt und hunderte Seiten Endlospapier (das gab es damals noch) damit vollgedruckt. Diese Arbeit müsste ich jetzt nochmal machen (wenn ich das wollte), weil es keine Laufwerke für 5,1/4 -Zoll Disketten mehr gibt….

Und auch die Familienfeiern waren mit diesem Interesse an Menschen und ihren Spuren rückblickend dann doch nicht immer langweilig: Auf der Kommunionsfeier meines jüngsten Cousins (ein Jahr vor meiner eigenen) sind wir den ganzen Nachmittag mit einem Notizbuch und einem Stift von einem Familienmitglied zum nächsten gewetzt und haben uns Autogramme geben lassen. Das Buch habe ich bestimmt noch irgendwo. Ob ich aber noch viele der Unterschriften zuordnen könnte, kann ich nicht genau sagen. Wahrscheinlich nicht.

Oma freut sich. Garantiert.

Was macht man also in Zeiten wie diesen, in denen es keine Familienfeiern gibt, man viel Zeit mit seiner Familie verbringt und gleichzeitig auch nicht? Fragt Oma und Opa doch beim nächsten Skype-Anruf einfach mal, wer ihre Eltern und Großeltern waren. Und schreibt die Antworten zusammen auf. Das hilft gegen Langeweile und Oma und Opa wird das Interesse freuen. Und der so entstehende Stammbaum ist ein super Wandschmuck fürs Kinderzimmer und – vielleicht – ein Grundstein für weitere Familienforschung in den nächsten Jahren. Wer es ganz genau mag, nummeriert die Felder durch – man selbst ist immer die eins, die Eltern sind zwei und drei und dann immer so weiter. Wer ästhetischer an die Sache gehen will, malt einen Baum als Hintergrund und schreibt die Namen auf die Äste – wie auf unserem Poster. Und wenn der ganze Corona-Spuk irgendwann hoffentlich zumindest soweit vorbei ist, dass man die Großeltern wieder besuchen kann, blättern die sicher gerne zusammen alte Fotos durch. Und stiften noch ein paar Geschichten.

Gegen die Sehnsucht

Hier geht’s zu unseren Erste-Hilfe-Rettungs-Reifen.

Familie Sehnsucht

Artikel von Halb und Halb zum in-Kontakt-bleiben:

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Gegen die Pandemie und den Lagerkoller

Malbuch Freebie Tiere

Manchmal geht’s eben nicht anders: Um die Corona-Pandemie einzudämmen, bleibt auch Halb und Halb daheim. Denn: jeder infizierte Mensch steckt ca drei weitere Leute an. Das weiß man aber nicht, denn ansteckend ist man noch bevor es Symptome gibt.

Also: Alle Kontakte werden auf das Nötigste reduziert. Sonst kollabiert das Gesundheitssystem – und das nicht nur für die Corona-Patienten. Das tut man nicht für sich selbst, sondern einfach weil es das Sozialste ist.

Damit Euch nicht langweilig wird:
gibts jetzt auch Malbögen zum Download!

Wir haben zwei verschiedene Sets.

Und klar bedeutet das auch massive Einbußen für mich, weil zum Beispiel geplante Märkte nicht stattfinden. Ostergeschenke vom Halber Hahn gibt’s aber trotzdem.

Ersatzprogramm: ab sofort gibt’s bei Halber Hahn Malbücher zum Download, gegen den Lagerkoller, der einen sonst ruckzuck überkommen kann. Und zweimal die Woche, gehen die Bestellungen vom Shop auch noch wie gewohnt auf die Reise. Es gibt schöne Malbögen als Geschenk dazu. Aber: Ich bin nicht im Atelier!

Ansonsten werde ich mich mit meinem Mann arrangieren, damit wir die Kinder betreut haben und jeder gleichzeitig noch seinen beruflichen Verpflichtungen nachkommen kann. In meinem Fall: Juppiduppi Märchenbuch für Buchfink Verlag.

Macht’s gut! Und wie mein Opa zu sagen pflegte: „Halt den Kopp zusammen.“

Edit 25.3.2020:

Es gibt einen zweiten Schwung Malbögen. Dieser ist nicht geschenkt, kostet aber auch nur einen Kaffee. (…oder auch 2 – ganz wie ihr mögt.)

Halb und Halb ist jetzt auf buymeacoffee.com zu finden.
Damit kannst Du mich ohne viel Aufwand etwas unterstützen, oder auch einfach “einen Kaffee” als Gegenwert für 5 tolle Seiten PDF-Malbogen-Download aufrechnen.
Worüber wir uns im Moment auch sehr freuen sind Google-Bewertungen, Facebook-Bewertungen und Verlinkungen auf Instagram! #halberhahnshop